Die Wilhelma ist für uns das, was für andere Familien der Spielplatz um die Ecke ist: das Ziel, wenn niemand eine bessere Idee hat. Nach drei Besuchen in diesem Jahr habe ich ein paar Dinge gelernt, die den Unterschied machen zwischen einem schönen Tag und einem Tag, an dem wir alle genervt sind.
Kommt früh oder kommt spät
Zwischen 11 und 14 Uhr ist die Wilhelma an schönen Wochenenden voll. Nicht unangenehm voll, sondern so voll, dass man am Aquarium hinter drei Reihen Menschen steht. Wir kommen inzwischen entweder um kurz nach 9, wenn die Tore aufgehen, oder erst gegen 15 Uhr. Die letzten zwei Stunden vor Schluss sind unser Favorit: Die Busgruppen sind weg, die Tiere sind aktiver, und die Kinder haben nachmittags mehr Geduld für die Gehege, an denen man warten muss.
Parken ist das eigentliche Problem
Die Parkplätze am Haupteingang sind an Wochenenden gegen halb elf voll. Wir stellen das Auto inzwischen am Cannstatter Wasen ab und laufen die zehn Minuten am Neckar entlang. Das kostet weniger, spart die Warteschlange an der Einfahrt und die Kinder haben schon einen Teil ihrer Energie los, bevor es losgeht.
Noch entspannter: mit der S-Bahn bis Bad Cannstatt und dann zu Fuß. Wir machen das, wenn Tobias nicht dabei ist und ich nicht allein mit zwei Kindern durch eine Tiefgarage muss.
Lohnt sich die Jahreskarte?
Für uns ja, und die Rechnung ist einfach. Erwachsene zahlen im Sommerhalbjahr 23 Euro pro Besuch, die Jahreskarte lag bei etwa dem Dreifachen. Ab dem vierten Besuch ist sie bezahlt. Kinder unter sechs sind frei, Jonas ist gerade herausgewachsen, dadurch ändert sich die Rechnung.
Der eigentliche Vorteil ist aber nicht das Geld, sondern die Haltung: Mit Jahreskarte kann man nach zwei Stunden gehen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verschenkt zu haben. Genau das ist mit Kindern oft der richtige Zeitpunkt.
Unsere Route, wenn wenig Zeit ist
Vom Haupteingang direkt zu den Menschenaffen, weil dort morgens am wenigsten los ist. Dann Aquarium, dann Schaubauernhof, wo Jonas jedes Mal die Ziegen streichelt. Der Maurische Garten mit den Magnolien ist im März das eigentliche Highlight für mich, auch wenn das die Kinder nicht interessiert.
Essen nehmen wir mit. Es gibt Gastronomie, aber mit Brezeln, Obst und Wasser im Rucksack sind wir schneller und sparen jedes Mal gut zwanzig Euro. Wiesen zum Sitzen gibt es genug.
Was wir gelassen haben
Den Streichelzoo an Sonntagnachmittagen — zu voll, zu viel Gedränge. Und das Schmetterlingshaus im Hochsommer, weil es darin so warm ist, dass Jonas nach fünf Minuten wieder raus wollte. Im März dagegen ist es genau richtig.


