Der Remstal-Radweg fängt bei uns quasi vor der Haustür an, und das ist der Grund, warum wir ihn im Sommer alle paar Wochen fahren. Die Tour, die bei uns funktioniert, geht von Waiblingen flussaufwärts Richtung Schorndorf und wieder zurück — insgesamt gut 22 Kilometer, komplett flach und größtenteils asphaltiert.
Warum flach mit Kindern alles ist
Jonas fährt seit einem Jahr ohne Stützräder und schafft locker zehn Kilometer, solange es nicht bergauf geht. Sobald eine Steigung kommt, ist nach zwei Minuten Schluss. Der Remstal-Radweg hat auf unserer Strecke fast keine, und deshalb ist eine Zahl möglich, die auf dem Papier für einen Sechsjährigen zu hoch klingt.
Wichtig ist die Richtung: Wir fahren erst flussaufwärts, also die minimal anstrengendere Richtung, und haben auf dem Rückweg leichten Rückenwind und leichtes Gefälle. Das ist psychologisch entscheidend, wenn Kinder müde werden.
Die Pausen sind die Strecke
Unsere Tour hat drei feste Stopps. Der erste ist der Spielplatz in Endersbach nach etwa fünf Kilometern. Der zweite ist eine Eisdiele in Weinstadt-Beutelsbach. Der dritte ist die Wiese am Wasser kurz vor Schorndorf, wo wir Brote essen und die Kinder Steine ins Wasser werfen.
Ohne diese Struktur wäre die Tour nicht machbar. Mit ihr fragen die Kinder nicht, wie weit es noch ist, sondern wann der nächste Stopp kommt.
Der Platten
Beim letzten Mal hatte Mila auf halber Strecke einen Platten, und ich hatte kein Flickzeug dabei. Wir haben das Rad einen Kilometer geschoben und sind dann mit der S-Bahn zurückgefahren — Räder darf man außerhalb der Hauptverkehrszeit mitnehmen. Es hat funktioniert, aber es hat auch eine Stunde gedauert.
Seitdem liegt in meiner Satteltasche: Flickzeug, Reifenheber, Minipumpe, Multitool. Ich kann damit umgehen, seit ich es einmal zu Hause geübt habe. Das ist die eine Sache, die ich jedem raten würde, der mit Kindern längere Strecken fährt.
Praktisches
Wasser für alle vier, Sonnencreme, Kappe. Wir starten möglichst vor zehn, weil der Weg ab Mittag streckenweise ohne Schatten ist. Und wir planen die Rückkehr so, dass wir vor dem Mittagsschlaf-Loch zu Hause sind — bei uns liegt das gegen halb zwei.
Kosten: null, wenn man das Eis nicht rechnet. Mit Eis für vier: elf Euro. Das ist der günstigste gute Tag, den wir kennen.


