Wir haben in den letzten Jahren einige Weihnachtsmärkte in der Region mitgenommen. Stuttgart ist schön und riesig, Ludwigsburg ist schön und barock, aber der Markt in Esslingen ist der einzige, bei dem die Kinder von sich aus fragen, wann wir wieder hinfahren.
Warum der Mittelaltermarkt anders ist
Der Esslinger Markt ist zweigeteilt: klassischer Weihnachtsmarkt und dazwischen ein Mittelaltermarkt mit Handwerkern, Feuerschalen und Leuten in Gewändern. Für Kinder ist das der Unterschied zwischen Anschauen und Mitmachen. Mila hat Kerzen gezogen, Jonas durfte bei einem Schmied den Blasebalg bedienen.
Es gibt Stände, an denen man Seile dreht, Bogenschießen für Kinder und einen Bereich mit alten Spielen. Das kostet jeweils ein paar Euro, und man sollte Bargeld dabeihaben — nicht alle Stände nehmen Karte.
Die Uhrzeit entscheidet über den Abend
Ab 17 Uhr wird es an den Wochenenden so voll, dass man mit einem Sechsjährigen an der Hand nur noch schiebt. Wir fahren inzwischen an einem Werktag, kommen gegen 15 Uhr an und sind um 18 Uhr wieder auf dem Rückweg. Dann ist es schon dunkel genug für die Feuerschalen und noch nicht voll genug für Panik.
Parken ist in Esslingen schwierig. Wir fahren mit der S-Bahn, das dauert von uns aus eine gute halbe Stunde und erspart die Parkhaussuche im Dunkeln.
Was es kostet
Der Eintritt ist gering, aber vorhanden — an manchen Tagen wird ein kleiner Betrag verlangt. Der Rest ist Konsum: Ein Nachmittag mit zwei Kindern, zweimal Kinderpunsch, einmal Crêpe, einmal Kerzenziehen und ein Bogenschießen landet bei etwa 40 Euro. Wenn man nicht aufpasst, wird das schnell das Doppelte.
Ich mache das inzwischen so: Jedes Kind bekommt am Anfang zehn Euro und entscheidet selbst. Das hat zwei Effekte — es wird weniger diskutiert, und beide überlegen tatsächlich, was ihnen etwas wert ist.
Der Punkt, an dem wir gehen
Wenn Jonas anfängt, sich an mich zu hängen statt zu laufen, ist der Abend vorbei. Das ist meist nach zweieinhalb Stunden. Wir haben ein paar Mal versucht, noch eine halbe Stunde dranzuhängen, und es jedes Mal bereut.


