Dänemark ist für uns lange ein Ziel für andere Leute gewesen. Zu weit hoch, zu teuer, zu wenig Sonne. Nach zwei Wochen in einem Ferienhaus bei Blåvand hat sich das erledigt — auch wenn ich vorwegschicken muss, dass wir an sieben von vierzehn Tagen Regenjacken gebraucht haben.
Die Anreise ist die halbe Miete
Von Waiblingen bis Blåvand sind es 900 Kilometer. Das ist nicht an einem Tag zu machen, jedenfalls nicht mit uns. Wir haben in der Nähe von Hamburg übernachtet, in einem völlig unromantischen Hotel an der Autobahn, und sind am nächsten Vormittag entspannt weitergefahren. Diese eine Übernachtung hat den Urlaub gerettet, bevor er angefangen hat.
Auf dem Rückweg haben wir es anders probiert und sind durchgefahren. Elf Stunden mit Pausen. Wir machen das nicht noch einmal.
Das Ferienhaus als eigentliches Reiseziel
In Dänemark ist das Haus nicht die Unterkunft, sondern der Urlaub. Unseres hatte einen kleinen Poolraum, ein Sofa, auf dem alle vier Platz hatten, und einen geschlossenen Garten. Wenn es geregnet hat — und es hat geregnet — war das kein Drama, sondern ein anderer Tag. Die Kinder haben Lego gebaut, wir haben gelesen, abends haben wir gegrillt, wenn es zwischendurch aufgeklart hat.
Was ich unterschätzt hatte: Lebensmittel sind wirklich deutlich teurer. Wir haben den Kofferraum in Deutschland vollgemacht — Nudeln, Kaffee, Konserven, Getränke — und trotzdem gut 400 Euro im Supermarkt gelassen. Wer damit rechnet, ärgert sich weniger.
Der Strand, der alles erklärt
Der Strand bei Blåvand ist so breit, dass man ihn nicht auf ein Foto bekommt. Man darf mit dem Auto bis auf den Sand fahren, was mir zuerst falsch vorkam und dann sehr praktisch war: Kühltasche, Decken, Windschutz, alles direkt dabei. Die Kinder haben Löcher gegraben, Muscheln gesammelt und sind trotz 17 Grad Wassertemperatur jeden Tag rein.
Der Leuchtturm ist voll, der Bunkerpfad mit den Betonskulpturen ist es nicht. Wir waren an einem Nachmittag mit Nieselregen dort und hatten die Dünen fast für uns.
Was ich vorher gern gewusst hätte
Erstens: Die Häuser werden samstags übergeben, oft erst ab 15 Uhr. Wer früher da ist, sollte einen Plan haben. Zweitens: Es gibt kaum klassische Restaurants für Familien, dafür sehr gute Fischbuden. Drittens: Der Wind macht aus 20 Grad gefühlte 14. Ich habe für die Kinder zu wenig lange Sachen eingepackt und in Esbjerg nachgekauft.
Und viertens, das Wichtigste: Zwei Wochen sind besser als eine. Die erste Woche haben wir gebraucht, um langsamer zu werden. Die zweite war der eigentliche Urlaub.


