Allgäu im Mai: Hütte, Dauerregen und der beste Kaiserschmarrn
Familienreisen

Allgäu im Mai: Hütte, Dauerregen und der beste Kaiserschmarrn

19 Mai 2026 — Annette Weimann — 2 Min. Lesezeit
Manche Reisen sind schön, weil alles klappt.

Manche Reisen sind schön, weil alles klappt. Diese war schön, obwohl fast nichts geklappt hat.

Der Plan

Vier Tage über ein langes Wochenende, eine Ferienwohnung in Bad Hindelang, zwei kleinere Wanderungen, einmal Alpsee Bergwelt mit der Sommerrodelbahn, einmal Sonthofen zum Bummeln. Von Waiblingen sind es drei Stunden, das ist die Art Entfernung, bei der sich vier Tage lohnen.

Was daraus wurde

Es hat am Freitagabend angefangen zu regnen und bis Sonntagmittag nicht aufgehört. Nicht Nieselregen, sondern der Regen, bei dem man nach zwanzig Minuten bis auf die Haut nass ist. Wir haben am Samstag den Versuch unternommen, sind nach einer Stunde umgekehrt und haben den Rest des Tages in der Wohnung verbracht.

Der Wendepunkt war eine Hütte: Die Wirtsleute in der Nähe hatten geöffnet, wir sind hin, haben Kaiserschmarrn bestellt und drei Stunden am Kachelofen gesessen. Die Kinder haben Mensch ärgere dich nicht gespielt, das im Regal stand. Es war laut, es war voll, und es war einer der schönsten Nachmittage des Jahres.

Sonntag, halb elf: es klart auf

Wir sind zum Alpsee gefahren und haben alles nachgeholt. Sommerrodelbahn viermal, Sesselbahn hoch, oben der Blick, unten die Wiese. Mila wollte zum Schluss noch einmal, wir haben ja gesagt, obwohl wir längst hätten losfahren müssen. Man merkt bei so etwas, dass die Kinder größer werden: Vor zwei Jahren wäre es nach der dritten Fahrt vorbei gewesen.

Was ich mitgenommen habe

Erstens: Bei Bergurlaub mit Kindern gehört ein Schlechtwetterplan zur Ausrüstung, nicht zur Kür. Ich hatte weder Spiele noch Ausweichziele dabei und musste am Samstagmorgen googeln.

Zweitens: Vier Tage sind zu kurz, um Pech mit dem Wetter auszusitzen. Bei sieben Tagen hätten wir gelacht. Beim nächsten Mal nehmen wir eine Woche oder fahren im Spätsommer, wenn die Wahrscheinlichkeit besser steht.

Drittens, und das ist das eigentliche Fazit: Die Kinder haben in der Rückschau nicht ein einziges Mal den Regen erwähnt. Sie reden von der Hütte, vom Kachelofen und von der Rodelbahn. Vielleicht mache ich mir um die falschen Sachen Sorgen.

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