Die Idee kam aus der Not: In den Faschingsferien wollten alle in die Berge, die Preise waren entsprechend, und Tobias hatte nur vier Tage frei. Also sind wir in die andere Richtung gefahren, an die Ostsee, im Februar.
Warum das besser funktioniert, als es klingt
Am Darß ist im Winter fast niemand. Der Strand bei Ahrenshoop gehörte uns, bis auf drei Hundebesitzer und einen Jogger. Es waren fünf Grad, der Wind kam von vorn, und trotzdem sind wir jeden Tag zwei Stunden gelaufen. Die Kinder haben Bernstein gesucht und keinen gefunden, dafür ein halbes Meer an Muscheln und einen Ast, der zwei Tage lang ein Schwert war.
Der eigentliche Trick ist die Unterkunft. Wir hatten ein kleines Reetdachhaus mit Kaminofen. Wer im Winter an die Ostsee fährt und abends in eine kalte Ferienwohnung zurückkommt, macht es sich unnötig schwer. Kaminofen oder gute Heizung, Wanne oder große Dusche, und genug Platz für nasse Sachen — mehr braucht es nicht.
Was wir gemacht haben, wenn es zu ungemütlich war
Das Darß-Museum in Prerow ist klein und in einer Stunde durch, hat aber genau die Art von Ausstellung, die Kinder mitnimmt: Schiffe, Netze, Geschichten von Menschen, die hier gelebt haben. Die Schwimmhalle in Zingst hat uns einen kompletten Regentag gerettet. Und einmal sind wir nach Rostock in den Zoo, was eine Stunde Fahrt bedeutet und sich trotzdem gelohnt hat, weil das Darwineum überdacht ist.
Die Packliste, die ich mir aufgeschrieben habe
Für jedes Kind: Matschhose, wasserdichte Stiefel, zweite Mütze, drei Paar Handschuhe. Handschuhe sind Verbrauchsmaterial. Dazu Thermoskanne, Kakaopulver und für jeden ein Buch. Wir hatten außerdem eine Wärmflasche pro Kind dabei — die ist abends im Bett zur wichtigsten Sache des Tages geworden.
Der Punkt, an dem es gekippt ist
Am dritten Tag war Jonas fertig. Zu kalt, zu windig, zu wenig los. Wir haben den Nachmittag komplett gestrichen, sind ins Haus, haben den Ofen angemacht und Pfannkuchen gebacken. Danach war er wieder da. Ich glaube, das ist die eigentliche Lektion aus dem Winterurlaub mit Kindern: Man plant weniger und akzeptiert früher, dass der Tag vorbei ist. Für vier Tage ist das genau richtig.


