Ich hatte Vorbehalte gegen Ferienparks. Diese Anlagen mit Animationsprogramm und Poollandschaft waren nie mein Bild von Urlaub. Nach einer Woche in Zeeland muss ich mich korrigieren, zumindest teilweise.
Warum die Niederlande für uns so gut funktionieren
Von Waiblingen bis Renesse sind es rund 650 Kilometer, gut sechs Stunden mit zwei Pausen. Keine Maut, keine Vignette, kein Sprachproblem, und Lebensmittel kosten ungefähr so viel wie zu Hause. Für eine Woche in den Osterferien ist das die entspannteste Anreise, die wir kennen.
Das Wetter ist die Gegenrechnung. Wir hatten Ende April an zwei Tagen 19 Grad und Sonne, an drei Tagen Wind mit Böen, und einmal Nieselregen den ganzen Tag. Wer im Frühjahr an die Nordsee fährt, sollte das einkalkulieren und nicht enttäuscht sein.
Der Ferienpark, den ich nicht wollte
Wir hatten ein Häuschen in einem Park bei Renesse, 300 Meter zu den Dünen. Was mich überzeugt hat: Die Kinder konnten allein raus. Mila ist mit dem Rad zum Spielplatz gefahren, Jonas hinterher, und ich musste nicht alle zehn Minuten schauen, wo sie sind. In einer normalen Ferienwohnung am Ortsrand wäre das anders gewesen.
Das Schwimmbad haben wir zweimal genutzt, das Animationsprogramm gar nicht. Man muss das nicht mitmachen, es steht nur zur Verfügung. Diese Erkenntnis hat mein Vorurteil relativiert.
Was sich in Zeeland lohnt
Der Strand bei Westenschouwen ist auch bei Wind angenehm, weil die Dünen hoch sind und man Windschatten findet. In Zierikzee gibt es einen Hafen, kleine Läden und den besten Kibbeling, den wir bisher gegessen haben. Und das Deltawerken-Museum Neeltje Jans hat den Kindern besser gefallen als erwartet — Sturmflutwehr, Wasserbecken, Rutschen, alles in einem.
Fahrräder sind Pflicht. Wir haben im Park vier Räder geliehen, 60 Euro für die Woche, und damit fast alles gemacht. Zeeland ist so flach, dass auch ein Sechsjähriger zehn Kilometer schafft, ohne zu jammern.
Fazit nach einer Woche
Es war nicht der spektakulärste Urlaub, den wir gemacht haben. Aber es war einer, bei dem alle vier am Ende der Woche entspannter waren als am Anfang, und der uns unter 1.100 Euro gekostet hat. In den Osterferien ist das für mich das bessere Argument als jede Fernreise.


