Urlaubskasse: wie wir das Reisebudget übers Jahr zusammensparen
Haushalt und Budget

Urlaubskasse: wie wir das Reisebudget übers Jahr zusammensparen

14 Mai 2025 — Annette Weimann — 2 Min. Lesezeit
Früher war der Urlaub bei uns eine Zahl, die im Frühjahr auftauchte und für schlechte Laune sorgte.

Früher war der Urlaub bei uns eine Zahl, die im Frühjahr auftauchte und für schlechte Laune sorgte. Nicht weil wir sie nicht hatten, sondern weil sie in einem Monat komplett zusammenkam. Seit wir das anders machen, diskutieren wir vor der Buchung kaum noch über Geld.

Ein eigenes Konto, nicht nur ein Vorsatz

Wir haben ein zweites Girokonto, auf das am Monatsanfang automatisch ein fester Betrag geht. Bei uns sind es 180 Euro. Nicht viel, aber nach zwölf Monaten sind das 2.160 Euro, und damit ist ein Familienurlaub bezahlt.

Wichtig ist die Automatik. Ich habe es zwei Jahre lang mit „am Ende des Monats überweisen, was übrig ist“ probiert. Es war nie etwas übrig. Ein Dauerauftrag am Ersten funktioniert, weil man das Geld nicht sieht.

Was noch auf dieses Konto geht

Rückerstattungen von der Krankenkasse, das Geld aus dem Verkauf von Kindersachen, die Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung, wenn sie mal positiv ausfällt. Alles, was unregelmäßig hereinkommt und nicht eingeplant war.

Das ist psychologisch der beste Teil: Wenn ich Milas alte Winterjacke für 15 Euro verkaufe, ist das nicht mehr Kleingeld, sondern ein Anteil am nächsten Sommer.

Was der Urlaub tatsächlich kostet

Ich führe seit drei Jahren eine simple Liste, in der ich nach jeder Reise die tatsächlichen Kosten notiere. Unterkunft, Fahrt, Essen, Eintritte, Extras. Die Zahlen aus den letzten Jahren: Kärnten eine Woche rund 1.400 Euro, Dänemark zwei Wochen rund 2.100 Euro, Mallorca eine Woche rund 2.900 Euro, Zeeland eine Woche rund 1.100 Euro.

Diese Liste ist das nützlichste Dokument, das ich habe. Ich muss nicht mehr schätzen, ob wir uns etwas leisten können — ich habe Vergleichswerte.

Die Regel für Extras

Was im Urlaub spontan dazukommt — die Bootstour, die Sommerrodelbahn, das dritte Eis — kommt aus einem Umschlag mit Bargeld, den wir vorher festlegen. Wenn er leer ist, ist er leer. Das klingt streng, hat aber den Streit über einzelne Ausgaben komplett beendet, weil die Grenze nicht von mir kommt, sondern vom Umschlag.

Was nicht funktioniert hat

Spar-Apps mit Aufrundungsfunktion. Die Beträge sind so klein, dass nach einem Jahr 90 Euro zusammenkamen, und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, schon etwas getan zu haben. Das war eher schädlich.

Und Urlaub auf Raten. Wir haben das einmal gemacht, und obwohl es zinsfrei war, hatte ich das ganze Jahr ein schlechtes Gefühl. Erst sparen, dann fahren — das ist bei uns die Reihenfolge geblieben.

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