Wir fahren die meisten Urlaube mit dem Auto, weil vier Flugtickets für uns eine andere Größenordnung sind. Das heißt: Strecken zwischen 500 und 900 Kilometern, mit zwei Kindern auf der Rückbank. Nach ein paar Jahren haben wir ein System, das erstaunlich zuverlässig funktioniert.
Losfahren, bevor alle wach sind
Wir starten zwischen halb fünf und halb sechs. Die Kinder werden geweckt, gehen im Schlafanzug ins Auto, bekommen ihre Decke und schlafen weiter. Die ersten zwei bis drei Stunden sind dadurch geschenkt. Frühstück gibt es an der ersten Raststätte, wenn alle wach sind — nicht vorher, sonst ist der Vorteil weg.
Das funktioniert nur, wenn das Auto am Abend vorher komplett gepackt ist. Wir laden inzwischen am Vortag alles ein außer Kühltasche und Kulturbeutel.
Pausen: lieber kurz und oft
Alle zwei Stunden, mindestens 20 Minuten, und dabei muss Bewegung sein. Eine Raststätte mit Spielplatz ist mehr wert als eine mit gutem Kaffee. Wir schauen die Strecke vorher einmal an und merken uns zwei, drei Stellen, an denen es sich lohnt.
Was nicht funktioniert: durchfahren und am Ende eine lange Pause machen. Wir haben das zweimal probiert, beide Male ist die Stimmung im letzten Drittel gekippt.
Beschäftigung, die wirklich hält
Hörspiele sind bei uns die stärkste Währung, aber nicht unbegrenzt. Unsere Regel: erst nach der zweiten Pause. Vorher wird geschaut, geredet, gestritten, gesungen. Wenn man das Hörspiel gleich am Anfang gibt, hat man nach drei Stunden nichts mehr in der Hand.
Tablets erlauben wir für eine Stunde pro Kind, meist auf dem letzten Abschnitt, wenn alle durch sind. Dazu ein Malblock, ein Kartenspiel und eine kleine Überraschungstüte, die es an einem beliebigen Punkt gibt, an dem es kippt. Kostet drei Euro und rettet manchmal eine Stunde.
Essen und Trinken
Kühltasche mit belegten Broten, Gurken, Trauben, Salzstangen. Jedes Kind hat eine eigene Trinkflasche, die es selbst erreichen kann. Nichts, was bröselt oder tropft, und nichts, was extrem süß ist — bei uns führt Zucker im Auto zuverlässig zu Streit.
Was ich falsch gemacht habe
Lange habe ich versucht, die Ankunftszeit zu optimieren. Weniger Pausen, schneller da. Das Ergebnis war jedes Mal, dass wir zwar früher ankamen, aber die ersten zwei Stunden am Zielort damit verbracht haben, uns gegenseitig zu ertragen.
Inzwischen rechne ich für 700 Kilometer neun Stunden statt sieben. Das ist ehrlicher, und niemand ist enttäuscht, wenn es doch schneller geht.


