Bei Milas Geburtstag hatte ich einen Plan A für den Garten und keinen Plan B. Es hat geregnet. Was daraus geworden ist, war trotzdem einer der entspannteren Geburtstage — weil ich zum ersten Mal wirklich durchgetaktet hatte.
Der Ablauf
15:00 Ankommen, freies Spiel. 15:30 erstes Spiel. 16:00 Kuchen und Trinken. 16:30 zweites Spiel. 17:00 Schatzsuche in der Wohnung. 17:30 Abholen, Tüte in die Hand, fertig.
Diese Struktur klingt nach Kasernenhof, ist aber das Gegenteil: Kinder werden unruhig, wenn nichts kommt. Solange etwas angekündigt ist, warten sie. Das leere Loch zwischen zwei Programmpunkten ist der Moment, in dem es laut wird.
Die drei Spiele, die immer funktionieren
Schokoladenessen mit Mütze und Handschuhen, Würfel, Messer und Gabel. Alt, laut, absolut zuverlässig ab etwa sechs Jahren.
Zeitungstanz: Alle tanzen, Musik stoppt, alle müssen auf eine Zeitung, die immer kleiner wird. Braucht wenig Platz und funktioniert auch im Wohnzimmer.
Und eine Schatzsuche mit fünf Stationen. Ich schreibe die Zettel am Vorabend, verstecke sie morgens, und der Schatz ist die Mitgebseltüte. Das ist der Höhepunkt und gleichzeitig das Ende — praktisch, weil danach die Eltern kommen.
Was ich mir hätte sparen können
Die selbstgemachte Motivtorte. Ich habe zwei Stunden daran gearbeitet, und die Kinder haben die Deko heruntergekratzt und den Rest liegen lassen. Beim nächsten Mal gibt es Muffins, die jedes Kind selbst dekoriert — das ist gleichzeitig Beschäftigung und Essen.
Die aufwendigen Mitgebseltüten. Neun Tüten mit je fünf Kleinigkeiten haben mich 40 Euro und eine Stunde gekostet. Es hätte auch ein Buch pro Kind getan, oder gar nichts.
Die Sache mit der Anzahl
Die alte Regel lautet: so viele Gäste wie das Kind Jahre alt wird. Bei neun Kindern in einer Vierzimmerwohnung ist das die Obergrenze. Wir haben es gemacht, und es war laut, aber machbar — weil Tobias da war. Allein hätte ich es nicht durchgehalten.
Was am Ende zählt
Mila hat abends gesagt, es war der beste Geburtstag. Auf die Frage, was am besten war, kam: das Schokoladenessen und dass alle da waren. Nicht die Torte, nicht die Tüten, nicht die Deko. Das merke ich mir für nächstes Jahr.


