Der Januar war bei uns ein Ausfall. Es fing mit Jonas an, ging über Mila zu mir und endete bei Tobias, der als Einziger dachte, er käme davon. Ich schreibe das auf, weil ich in solchen Wochen selbst nach Berichten suche, in denen jemand nicht so tut, als hätte er alles im Griff.
Der Ablauf
Woche eins: Jonas mit Magen-Darm, drei Tage zu Hause. Ich habe die Tage übernommen, weil meine Arbeit sich leichter verschieben lässt. Woche zwei: Mila mit Fieber, vier Tage. Woche drei: Ich selbst, mit allem gleichzeitig.
Was das praktisch bedeutet: elf Tage, an denen mindestens ein Kind zu Hause war. Bei zwei berufstätigen Eltern ist das die Sorte Rechnung, die nicht aufgeht.
Was wir richtig gemacht haben
Wir haben früh aufgehört, den Alltag aufrechterhalten zu wollen. Kein Turnen, keine Verabredungen, keine Termine, die sich verschieben ließen. Das klingt banal, aber ich habe in früheren Jahren versucht, alles weiterlaufen zu lassen, und es hat die Sache jedes Mal verlängert.
Und wir haben die Kinderkrankentage genommen, die uns zustehen. Ich habe das jahrelang nicht getan, aus einem diffusen Gefühl heraus, dass es unangenehm ist. Es ist ein Anspruch, und man darf ihn nutzen.
Was ich unterschätzt hatte
Vorräte. Am dritten Tag hatten wir keinen Zwieback, keine Elektrolytlösung und keine Bettwäsche mehr, die sauber war. Man kann nicht einkaufen gehen, wenn ein Kind sich alle zwanzig Minuten übergibt.
Seitdem steht im Schrank eine kleine Reserve: Zwieback, Brühe, Elektrolytpulver, Fiebersaft für beide Altersstufen, ein Ersatz-Bettbezug pro Kind. Das kostet zwanzig Euro und liegt einfach da.
Die Sache mit dem eigenen Krankwerden
Als ich dran war, hat Tobias frei genommen. Das war nicht selbstverständlich, weil ich lange versucht habe, auch krank zu funktionieren. Ich habe an dem Tag zwölf Stunden geschlafen und war danach schneller wieder da als sonst.
Ich schreibe das hin, weil ich glaube, dass viele Mütter genau an diesem Punkt hängen: dass alle anderen krank sein dürfen und man selbst weitermacht. Es gibt dafür keinen Preis.
Im nächsten Winter
Mehr Vorräte, früher absagen, und ein Gespräch mit Tobias im Dezember darüber, welche Woche bei wem beruflich flexibler ist. Wir haben das dieses Jahr improvisiert, und improvisieren ist mit Fieber im Haus keine gute Idee.


