Es gibt Urlaube, in denen man viel sieht, und Urlaube, in denen man ankommt. Kärnten war für uns das Zweite — was auch daran lag, dass unser Auto nach der Anreise sechs Tage lang nicht bewegt wurde.
Warum der Faaker See und nicht der Wörthersee
Der Wörthersee war unsere erste Idee, bis ich die Preise für Ferienwohnungen in der ersten Augustwoche gesehen habe. Der Faaker See liegt zwanzig Minuten weiter südlich, ist kleiner, deutlich ruhiger und hat dieses fast unwirklich türkise Wasser. Wir haben eine Wohnung in Drobollach gemietet, fünf Minuten zu Fuß vom Strandbad.
Was den Ausschlag gegeben hat: Die Wassertemperatur liegt im Hochsommer regelmäßig bei 26 Grad. Bei uns entscheidet das über den Urlaub. Kinder, die ins Wasser gehen und drinbleiben, sind glückliche Kinder, und glückliche Kinder sind entspannte Eltern.
Der Tagesablauf, den wir uns nicht ausgesucht haben
Nach zwei Tagen hatte sich ein Rhythmus eingestellt, den wir bis zum Schluss nicht mehr geändert haben. Vormittags Strandbad, mittags in die Wohnung zum Essen und Ausruhen, nachmittags wieder See, abends Abendessen auf dem Balkon. Ich hatte eine Liste mit Ausflügen dabei — Villach, die Burg Landskron mit der Greifvogelschau, die Tscheppaschlucht. Wir haben genau einen davon gemacht.
Landskron hat sich gelohnt, vor allem für Jonas. Die Affen laufen dort frei herum, und die Flugshow ist auch für Sechsjährige spannend genug. Die Tscheppaschlucht haben wir gestrichen, weil an dem Morgen niemand Lust hatte. Das war früher der Punkt, an dem ich schlechte Laune bekommen hätte, weil ich mir etwas vorgenommen hatte. Inzwischen streiche ich lieber.
Das Schlauchboot
Wir haben in Villach für 30 Euro ein Schlauchboot gekauft, weil Mila unbedingt eines wollte. Dieses Boot war die beste Investition der ganzen Reise. Die Kinder haben damit stundenlang gespielt, andere Kinder kennengelernt, sind zur Boje gepaddelt und zurück. Am letzten Tag haben wir es einer Familie aus Wien geschenkt, weil es nicht in den Kofferraum passte.
Kosten, ehrlich gerechnet
Ferienwohnung sieben Nächte 780 Euro, Sprit hin und zurück gut 130 Euro, Vignette und Maut 25 Euro, Strandbad-Saisonkarte für die Familie 90 Euro, Essen und Ausflüge rund 400 Euro. Insgesamt sind wir bei etwa 1.400 Euro gelandet — für eine Woche, in der niemand gequengelt hat.
Ich schreibe das so genau auf, weil ich selbst immer nach solchen Zahlen suche und selten welche finde. Ob das viel oder wenig ist, muss jeder für sich entscheiden. Für uns war es der ruhigste Sommerurlaub seit Jahren.


