Der erste Schultag von Jonas — und was ich beim zweiten Kind anders gemacht habe
Familienalltag

Der erste Schultag von Jonas — und was ich beim zweiten Kind anders gemacht habe

10 September 2025 — Annette Weimann — 2 Min. Lesezeit
Als Mila eingeschult wurde, habe ich drei Wochen vorher angefangen, nervös zu werden.

Als Mila eingeschult wurde, habe ich drei Wochen vorher angefangen, nervös zu werden. Bei Jonas habe ich am Vorabend den Ranzen kontrolliert und bin schlafen gegangen. Der Unterschied lag nicht bei den Kindern.

Was ich beim ersten Mal übertrieben habe

Die Schultüte. Ich habe sie selbst gebastelt, drei Abende lang, und sie war schön. Mila hat sie einmal getragen, ausgeschüttet und nie wieder angeschaut. Bei Jonas habe ich eine gekauft und mit denselben Sachen gefüllt. Kein Kind hat je danach gefragt, wer sie gemacht hat.

Das Fotoshooting. Beim ersten Kind haben wir vor der Schule zwanzig Bilder gemacht, bis Mila keine Lust mehr hatte und auf dem einen guten Foto weinte. Bei Jonas gab es drei Bilder, alle unperfekt, alle brauchbar.

Die Vorbereitung auf den Unterricht. Ich hatte mit Mila im Sommer Buchstaben geübt, weil ich Angst hatte, sie könnte hinterherhinken. Das war unnötig und hat nur Druck gemacht, den vorher niemand hatte.

Was tatsächlich wichtig war

Der Schulweg. Wir sind ihn im August viermal gemeinsam gegangen, an verschiedenen Tageszeiten, und haben besprochen, wo man wartet und wo nicht. Bei Jonas ist Mila mitgelaufen, was für beide gut war.

Die Zeit danach. Der erste Schultag endet um elf, und was danach kommt, ist wichtiger als der Vormittag. Wir haben beide Male nichts geplant außer Mittagessen und einem Nachmittag zu Hause. Kein Besuch, keine Feier mit zwanzig Leuten.

Die erste Woche

Jonas war jeden Tag um halb sechs abends fertig mit der Welt. Müdigkeit, die sich in schlechter Laune äußert, nicht in Schläfrigkeit. Ich hatte das von Mila noch im Kopf und war deshalb nicht überrascht.

Was geholfen hat: Nachmittags nichts. Keine Verabredung, kein Sportverein in den ersten zwei Wochen. Wir haben mit dem Turnen erst im Oktober angefangen.

Was ich anderen Eltern sagen würde

Die Aufregung vor dem ersten Schultag gehört meistens den Eltern, nicht den Kindern. Kinder finden das spannend und ein bisschen komisch, und dann gehen sie rein. Je ruhiger man selbst bleibt, desto einfacher ist es für sie.

Und: Der Ranzen muss nicht der teuerste sein, aber er muss passen. Das ist die eine Anschaffung, bei der ich nicht spare — alles andere lässt sich korrigieren, ein schlecht sitzender Ranzen begleitet vier Jahre lang.

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